Krebs macht oft einsam, doch es gibt Auswege!

Foto: Viktor Hanacek/picjumbo

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Viele Krebspatienten erleben während und nach der Therapie Phasen der Einsamkeit. Doch Einsamkeit ist kein unabwendbares Schicksal. Betroffene können selbst und mit Hilfe von Beratungsstellen viel dazu beitragen, aktiv und mit Freude am (gesellschaftlichen) Leben teilzuhaben! Die Psychologin und Leiterin des Beratungszentrums der Wiener Krebshilfe, Karin Isak, erklärt Ursachen und zeigt Wege aus der Einsamkeit:

Einsamkeit kommt nicht nur vom Allein-Sein. Weit öfter hat das Gefühl, niemanden zu haben, mit Sprach- und Hilflosigkeit zu tun oder damit, dass das Umfeld falsch reagiert. Einsamkeit hat viele Gesichter, bei Krebspatienten ist diese stark mit Hilflosigkeit verbunden: “Man weiß sich nicht zu helfen oder das Umfeld tut aus Hilflosigkeit das Falsche”. Häufig ist bei Jugendlichen das Phänomen zu beobachten, dass sie sich von krebskranken Eltern zurückziehen. Nicht aus Bösartigkeit, sondern als Abwehrmechanismus. Andere wiederum tun zu viel und bombardieren den Kranken mit Ratschlägen.

Während sich die einen einsam fühlen, weil tatsächlich niemand für sie da ist, haben andere zwar ein Umfeld um sich, dieses reagiert aber nicht adäquat.

Oft resultiert Einsamkeit aber auch aus der Angst, darüber zu reden. “Krebskranke wollen oft nicht als anders gelten oder als psychisch instabil gesehen werden”, sagt die Psychologin. Krank mache Einsamkeit dann, wenn es zur Depression kommt. Dann kommt zur körperlichen Erkrankung auch noch die psychische Belastung hinzu.

“Die Gesellschaft ist sehr hart, was das betrifft. Zu Beginn der Krankheit ist das Umfeld sehr aufmerksam, wird dann aber immer ungeduldiger“. Professionelle Hilfe brauchen Krebspatienten meist nicht unmittelbar nach der Diagnose, sondern oft erst dann, wenn es ihnen körperlich zwar wieder besser geht, sie jedoch psychisch noch nicht fit sind.

Ihr wichtigster Tipp für Menschen, die sich einsam fühlen: “Sprachlosigkeit ist oft der beginn von Einsamkeit. Scheuen Sie sich nicht, über Ihre Gefühle offen mit Ihren Angehörigen und engen Freunden zu reden. Lassen Sie sich helfen, bspw. von qualifizierten Beratungszentren, die es in vielen Städten gibt oder suchen Sie den Kontakt zu anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen. Wenn Sie in Österreich leben, dann finden Sie auf der Webseite www.krebshilfe.net zahlreiche Angebote und Kontaktadressen.”

Mag. Karin Isak

Mag. Karin Isak
Klinische Psychologin, Psychoonkologin
Wien


Das Haus Leben stellt in Leipzig und Delitzsch psychoonkologische Beratungs- und Betreuungsangebote für Krebspatienten und ihre Familien bereit. Wir unterstützen Sie jederzeit bei der Suche nach einem für Sie passenden Angebot. Telefon Haus Leben Leipzig: 0341 4442316, Telefon Haus Leben Delitzsch: 034202 348160.

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